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AV-Dialog_2016-3

17 AV AV-Dialog 3/2016 Forum AV aus Sicht eines Filmers (Teil 2) Fehlt die Bewegung? Von Manfred Riep Im zweiten Teil dieses Artikels schreibt der Filmautor, warum AV-Schauen für Filmjuroren ein schwieriges Terrain sind. Der Artikel erschien im BDFA-Verbandsmagazin film & video. AV – Können unsere Juroren das bewerten? Weil ich auf diese Frage eine Antwort suche, möchte ich zunächst den Weg beschreiben, wie wir Zuschauer oder Juroren AV-Bilder und/oder Filmszenen erkennen und wie sie was in uns auslösen. Erscheint bei einer AV-Schau das erste Bild auf der Leinwand, fängt unser Gehirn sofort an, es zu analysieren. In welchem Verhältnis steht der Bildinhalt zu mir? Finde ich ihn anziehend, abstoßend, ekelerregend, schön, begeisternd oder faszinierend, jeder Mensch sieht ein Bild anders. Psychologen fanden vor Jahrzehnten heraus, dass Männer am stärksten auf das Bild einer nackten Frau reagieren, Frauen dagegen auf eine Mutter mit ihrem Baby auf dem Arm. Es gibt einfache und klare Bilder, die jeder sofort versteht, deutliche Symbole: ein Porsche, ein Apfel, eine Uhr, ein Sonnenuntergang. Es gibt aber auch Bilder, die nur der Fachmann versteht, z. B. Bakterien im Elektronenmikroskop oder ein Gemälde des amerikanischen Malers Jackson Pollok. Künstlerisch gestaltete Bilder sind manchmal bewusst voller Rätsel, da Psychologen sagen: Männer reagieren besonders auf Bilder nackter Frauen während Frauen sich von Bildern mit Mutter und Kind angezogen fühlen


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