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AV-Dialog_2016-3

Briol mit Blick auf die Dolomiten Foto: Volkhard Sobota 27 AV AV-Dialog 3/2016 Berichte lung hatte das Intro, das den Übergang von der hektischen Welt im Tal in die Ruhe von Briol darstellte. Es folgten Gedanken über die Besonderheiten von Briol, ein kurzer geschichtlicher Rückblick der Wirtin, die Architektur und die Innenausstattung sowie die Wanderung. Jetzt ging es um die Harmonie von Bild und Ton und um das fließende Bild. Da ist häufig einiges Probieren notwendig. „Das Bild etwas später einblenden“, „etwas weicher einblenden“, „ das Bild etwas tiefer setzen“ … Sechs Teilnehmer hatten manchmal sechs Meinungen. So wuchs die Schau Bild um Bild, Minute um Minute. Co-Workshopleiter Matthias Hultsch hat die ganze Schau geduldig und routiniert programmiert. Den Bildübergängen wurde sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet. Genau hier bewährt es sich, wenn die Bilder genügend Umfeld haben und auch Flächen mit wenig Inhalt. Dann hat man genügend Freiheitsgrade, um die Bilder an eine für die Überblendung passende Position zu schieben und trotzdem das ganze Bildfeld auszufüllen. Die Überblendung erfolgt nicht mit der normalen Kreuzblende, sondern meistens mit einer weichen S-Kurve. Wenn das immer noch zu hart ist, hilft ein Übergang in die Unschärfe unmittelbar vor einer Überblendung. Oder der Einsatz von Strukturbildern, die zwischengeschoben oder überlagert werden. Überlagerte Strukturen haben auch einen Einfluss auf die emotionale Wahrnehmung. So, wie der Soundtrack eher unbewusst eine Stimmung erzeugt, wirken auch Bildverfremdungen auf die Gefühlslage des Zuschauers. Die Verfremdungen sind in der Regel so dezent, dass sie nicht auffällig sind. „Unmerklich“ ist das Schlüsselwort der Woche. Sollen wir ein Video mit einbinden oder nicht? Wir haben es probiert und es sah gut aus. Das Abnehmen der wehenden Bettwäsche von der Leine ist sozusagen


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