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AV-Dialog_2016-3

34 AV www.av-dialog.de Gestaltung • Ist meine Schau spannend und kurzweilig anzuschauen? Spannende Fragen, die nicht unwichtig sind für die Planung einer Schau. Grundsätzlich sollte alles vermieden werden, was einem selbst beim Betrachten einer AV-Schau missfällt, als da wären • zu plumper, direkter Beginn ohne Einleitung oder auch zu langatmige Darstellungen, • zu laute oder zu leise Musik, unpassende Musik- und Tongestaltung, • zu viel oder zu wenig Text, • zu wenig Orientierungsmöglichkeit (bei Reiseschauen) in Form von Landkarten, auch stilisiert (ich will wissen, wo dieser See liegt), • zu wenig Abwechslung in der Darstellung (immer gleiche Überblendungen, Standzeiten, etc.), • zu schlechte Sprachaufnahmen, • zu lange Präsentationsdauer, • unscharfe Bilder, • zu viel technische Spielerei. Das alles ist Gift für jede Schau und ist schade für die vielen guten Bilder oder die eigentlich gute Idee, die den Zuschauer erfreuen, mitreißen oder gut informieren sollte. Wir werden es allerdings nie schaffen, mit einer Schau die Sehgewohnheiten und Vorlieben aller anwesenden Zuschauer zu treffen und zu befriedigen. Immer werden die Reaktionen der Menschen unterschiedlich sein. Der Eine mag schnelle Sequenzen, der Andere langsame. Der Eine will viel textliche Information, der Andere will sich nur an den Bildern erfreuen. Grundsätze wie Konzentrationsfähigkeit und ethische, moralische Gefühle sollten aber in jedem Fall berücksichtigt werden. Und warum sollten wir uns die Ergebnisse der modernen Medienforschung nicht zu Nutze machen? 10, 11, 12 Einsatz der Technik Technische Effekte können einer Schau den letzten Pfiff geben, aber niemals aus einer mittelmäßigen Schau eine gute machen. Das ist das Glatteis, auf das sich der Einsteiger in dieses Medium gerne begibt. Die Geschichte muss stimmen, die Idee, das Gesamtkonzept. Darüber hinaus können tolle, witzige, überraschende, einzelne und gezielt gesetzte Effekte das „Zuckerle“ der Präsentation sein. Effekte, nur um zu zeigen, dass die Technik beherrscht wird, sind zum einen zu oft vorhanden und zum anderen recht bald abgedroschen. Schlechte Bilder, unpassende Musik und falsche Textbeiträge können durch Effekte nicht kaschiert werden. Zehn Minuten voller Effekte ist zu lang, wenn das Thema nur für fünf Minuten taugt. Wie stark die Möglichkeiten der modernen Technik in Gebrauch genommen werden, hängt natürlich zunächst vom eigenen Geschmack ab. Die verwendeten Effekte müssen aber in jedem Fall zum Thema passen. Zu einer ruhigen Landschaftsschau passen nun mal keine wirbelnden Bilder. Hier ist an langsame Zooms oder dezente Schwenks zu denken. Mache ich eine Schau über ein Rockkonzert müssen die Effekte natürlich peppiger sein. Technische Finessen sollen die Bildaussage unterstützen, nicht aber zum Selbstzweck und aus reiner Spiellust eingesetzt werden.


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