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AV-Dialog_2016-3

Letzte Seite AV Nachruf für Wolfgang Steinmetz „Darf ich euch zum Essen einladen“. Das waren Wolfgangs Worte, als wir am Freitag, dem 27. 05. 2016, beim Jahrestreffen des AV-Dialog in Hopfen am See gemütlich zusammensaßen, in bester Stimmung. Wolfgang hatte Geburtstag, er wurde 77 Jahre. Am Tag darauf, die letzte Schau war gelaufen, hieß es allerseits „gute Heimfahrt“. „Wolfgang, wir sehen uns ja am Siebten in Hamburg beim AV-Treffen.“ Aber daraus wurde nichts. Wann, wo und wie wir das Licht der Welt erblicken, das können wir uns nicht aussuchen. Und es fragt uns keiner, zu welcher Zeit wir uns verabschieden möchten, für immer. Leben lässt sich nicht planen. Am 30. 05. 2016 musste sich Wolfgang verabschieden, ganz plötzlich und unerwartet aus seinem erfüllten Leben. Und wir fragen uns: „Warum?“ und finden keine Erklärung, keine Anzeichen. Wolfgang selbst setzte Zeichen für Unternehmungslust und Aktivität. Die nächsten Reisen standen kurz bevor. Reiselustig war Wolfgang bereits in jungen Jahren, schon bevor er das Studium zum Lehrer abgeschlossen hatte. Wir kennen sie, die Leica-Aufnahmen von damals, als Wolfgang mit dem Motorrad im Orient unterwegs war. Wolfgang strahlte stets Ruhe aus. Wie eloquent er war, zeigte sich, wenn er, live gesprochen, seine Reisevorträge präsentierte. Wir staunten über die perfekten Bilder, die er und seine Gattin Ute mitbrachten aus fernen Ländern. Und wir klebten an seinen Lippen, wenn er zu den Bildern von beispielsweise Kamtschatka, Indien, Grönland oder der Antarktis lebendig zu berichten wusste. Seine Vorträge waren in AV-Kreisen ebenso geschätzt wie z. B. in Berlin, im Kreis Stade oder bei Kulturvereinen und Kirchenkreisen in Hamburg, und nicht zuletzt bei HAPAG-Lloyd. Neben seinem Beruf hat Wolfgang als Lektor die Weltenbummler der Kreuzfahrtflotte von HAPAG-Lloyd begleitet. Ob nun MS Bremen oder MS Europa, Wolfgang war seit etwa 30 Jahren dabei. Er hatte das Bildmaterial und wusste, wie die Pilger der Luxusliner einzustimmen waren auf das, was sie an Land erwartete. Und niemand bemerkte: Was so perfekt vom Beamer kam und so leicht über die Lippen, das kostete Gehirnschmalz und Energie. Und so nebenbei montierte Wolfgang interessante und allseits beliebte Schauen. Wer so erfolgreich und agil war, wird vermisst, schweren Herzens, von Liebhabern der AV-Szene, von Freunden und Verwandten, aber besonders von seiner kleinen Enkelin, seinen Töchtern, seiner Schwester und von seiner lieben Frau Ute, die immer dabei war. Waltraut und Ralf Dömmling AV-Dialog 3/2016 51


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